Spielmannszug der freiwilligen Feuerwehr Köln-Porz-Langel

 

 

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Die Jahre des Wiederaufbaus standen bevor und auch der Spielmannszug der Feuerwehr Langel wurde im Jahr 1949 wieder gegründet. Wieder gegründet? Ja, denn eigentlich besteht der Spielmannszug schon seit dem Jahr 1910. Wie im Kassenbuch der Feuerwehr vermerkt, wurden im Juli 1910 vier Flöten, Trommeln, Trommelstöcke, Trommelfelle usw. gekauft. Dies lässt darauf schließen, dass der Spielmannszug Langel bereits im Jahre 1910 bzw. spätestens 1911 aktiv in Erscheinung getreten ist. Belegt ist auch, dass Josef Stahl im Jahr 1924 zum Tambourmajor des Spielmannszuges der Feuerwehr Langel ernannt wurde. Bedingt durch die Vernichtung von Unterlagen während des ersten und zweiten Weltkrieges ist aus dieser Zeit wenig bekannt.

Die ersten Eintragungen im Kassenbuch des Spielmannszuges verzeichnet man am 21, November 1949. Der Kauf von zwei Trommeln und zwei Flöten wurde getätigt. Die restlichen notwendigen Instrumente wurden wahrscheinlich aus den Tagen vor dem Krieg „gerettet“. Der Spielmannszug  – zu dieser Zeit noch Tambourcorps Langel genannt – verfügte in dieser Zeit über 23 aktive Mitglieder, die der damalige Leiter der Feuerwehr Josef Stahl um sich scharte.

Man probte in einem Hinterzimmer des Lebensmittelgeschäftes Jakob Weyand. Den ersten Auftritt hatte das Tambourcorps am 2.März 1950 beim Karnevalszug in Porz, wofür er einen Betrag von 80,00 DM in der Kasse verbuchen konnte. In den nächsten Jahren wurde fleißig geprobt und weitere notwendige Instrumente und Uniformstücke angeschafft.

Im Jahr 1952 trat man zum ersten Mal auch im Rosenmontagszug in Köln auf. Darüber hinaus gab es auch Auftritte in Porz, Bergisch Gladbach, Langel, Ranzel, Lülsdorf sowie Mondorf und Niederkassel. Im Jahr 1952 wurde auch der Schellenbaum –einer der wenigen dreiarmigen- angeschafft. Dieser Schellenbaum wurde von der Firma Casper in Porz geschaffen und ist heute noch immer im Einsatz. Bis 1954 beteiligte sich der Spielmannszug weiterhin an den Rosenmontagszügen in Köln im Auftrag der Karnevalsgesellschaft „Große Kölner v.1823“. Auf Grund der dadurch getätigten Einnahmen wurden die ersten Tambourcorps-Touren veranstaltet. Auch schaffte man Fanfaren an, die mit anfänglich großem Erfolg eingesetzt wurden. Anfang der 60er-Jahre gab es eine Flaute im Vereinsleben. Jedoch stand die 1.000-Jahr-Feier des 965 erstmalig im Testament des Erzbischofs Bruno von Köln erwähnten Dorfes Langel vor der Tür, so dass man sich zusammenraufte und aus Anlass des Jubiläums wieder in Altgewohnter Stärke antreten konnte.

Der bisherige Tambourmajor Josef Stahl übergab den Tambourstab an seinen Nachfolger Manfred Deifel. Durch seine Initiative wurde der Verein ab dem Jahr 1970 durch die Werbung von neuen Mitgliedern erheblich verstärkt. Seit dieser Zeit wurden die Auftritte des Spielmannszuges im laufenden Jahr vervielfacht. Man spielte zu Karneval bei acht Umzügen, zu den Schützenfesten in Gremberghoven, Urbach und Poll, zu mehreren Stiftungsfesten befreundeter Vereine und anfangs bei etwa 4 bis 5 Martinszügen im November. Auch wurden wieder Jährliche Spielmannszug-Touren an die Lahn, die Ahr, in die Eifel und an andere Zielorte veranstaltet.

Johann Müller, der ab 1978 zur Entlastung des Tambourmajors Manfred Deifel als Geschäftsführer (erstmalig in der Geschichte des Spielmannszuges) gewählt wurde, hatte die Idee, dass der Spielmannszug zu den Auftritten an Karneval statt der bisher blau-weißen Uniform eine separate Karnevalsuniform in Form einer Landsknechtstracht anschaffen sollte. Unser Ehrenmitglied Maria Stahl nähte die passenden Kostüme. Hüte, Gürtel und Stiefel wurden zu erheblichen Kosten, die sich jedoch im Laufe der Jahre amortisierten, angeschafft.

Unter der Ära Manfred Deifel/Johann Müller blühte der Spielmannszug weiter auf. Die Proben fanden in dieser Zeit, sofern das Vereinslokal „Zur alten Schmiede“ durch Veranstaltungen belegt war, in der Schreinerei Bernhard statt. Im Jahr 1984 übergab Tambourmajor Manfred Deifel den Tambourstab an seinen Nachfolger Johann Dilgen. Auch seit dieser Zeit werden die Kontakte zu befreundeten Spielmannszügen, Karnevals- und Schützenvereinen gepflegt. Beispielhaft seien hier die freundschaftlichen Kontakte zum Tambourcorps Rheinland Niederkassel, zum Spielmannszug Sankt Sebastian Ensen-Westhoven, zum Tambourcorps Blau-Weiß Spich, zu den Karnevalsvereinen Niederkassel, Ranzel und nicht zuletzt zur KG Rut-Weiß Langel, sowie zu den Schützenvereinen Gremberghoven, Urbach und Poll genant.

Im Jahr 1997 spielte der Spielmannszug erstmals seit 1954 auf Anfrage der Karnevalsgesellschaft der Berufsfeuerwehr Köln „Kölsche Funkentöter“ wieder im Kölner Rosenmontagszug, was allen Mitgliedern wohl ein unvergessliches Erlebnis bleiben wird. Im Jahr 1997 gab es eine Anfrage der „Großen Efferener KG Grün-Gold“ ob der Spielmannszug bereit sei, während der Session für sie zur Verfügung zu stehen. Nach kurzen Diskussionen im Vorstand war man sich einig, dass man eine Bindung an diese Karnevalsgesellschaft eingehen sollte. Die Efferener KG kleidete uns mit Teilen ihrer Uniform ein. Andere Teile konnte der Spielmannszug durch eigene Uniformstücke (Stiefel usw.) abdecken. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Vereinen lief bis zur Session 2000/2001.

Die „Strapazen“ des Jahres versuchte der Spielmannszug seinen Mitgliedern durch Vereinstouren z.B. nach Dresden, London und Berlin zu entschädigen. Der Initiative von Hans-Josef Krings, Margot Weise und Yvonne Wolfschlag, die sich als Ausbilder für unseren Nachwuchs zur Verfügung gestellt hatten, ist es zu verdanken, dass der Spielmannszug im Jahre 1996 Zuwachs von über zehn Kinder und Jugendliche bekam.

Im Jahr 2001 Übergab der Tambourmajor Johann Dilgen den Tambourstab an den heutigen Tambourmajor Ralf Pabst. Zur gleichen Zeit wurde Johann Dilgen wegen seiner treuen Dienste zum Ehrentambourmajor des Spielmannszuges ernannt.

In der Karnevalssession 2004/2005 wurde das Porzer Dreigestirn aus Langelern gebildet. Wir hatten die Ehre und das Vergnügen, einige Male „unser“ Dreigestirn zu begleiten. Es war etwas Besonderes, denn Prinz Frank der 1. (Frank Pabst) ist Vereinsmitglied (Trommler) und Zwillingsbruder unseres Tambourmajors. Erstmalig zog der Langeler Rosensonntagszug am Rosenmontag mit unserem Dreigestirn durch Langel, und wir begleiteten den Wagen des Dreigestirns.

Die Ausbildung des musikalischen Nachwuchses wird nach wie vor stark gefördert. Ralf Pabst bildet zur Zeit 3 kleine Trommler aus, und Wolfgang Weise und Dagmar Jakowetz kümmern sich gemeinsam um die Ausbildung der jungen Flötisten. So können wir im Jahre 2007 auf 31 aktive Mitglieder in unserem Verein zählen.

Wir freuen uns schon sehr auf die Karnevalsession 2007/2008, da wir nach 10jähriger Pause wieder am Rosenmontagszug in Köln teilnehmen werden. Dies wird sicherlich für unsere Jugend und auch die älteren Mitglieder wieder ein unvergessenes Erlebnis werden.